Wenn Bienen schwärmen

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Wenn sich Bienen auf den Weg machen, um sich ein neues Zuhause zu suchen, teilt es die zufälligen Betrachter schnell in zwei Lager.

Während bei den einen das Herz vor Freude klopft, bekommen andere Herzrasen vor Panik. Irgendwie auch verständlich. Schließlich begleiten mehrere tausend Bienen nicht gerade geräuschlos in einer schwarzen Wolke Ihre Königin.

Warum verlassen die Bienen überhaupt den Bienenstock?

Auslöser für die Völkerwanderung ist das Bedürfnis eines Bienenvolkes sich zu teilen und damit für die eigene Verbreitung zu sorgen. Aber das geht nur mit perfekter Vorbereitung.

Umzugsplanung

Damit der Umzug funktioniert, muss vorher alles bis ins Detail geplant werden. Mit Hilfe Ihrer Arbeiterinnen sorgt sie selbst für neue Nachfolgerinnen. Eine davon wird das übriggebliebene Volk übernehmen. Aber dazu später mehr.

Sobald die erste Wabenzellen (Weiselzelle), in der sich eine der Larven der zukünftigen Königinnen befinden, verschlossen (der Fachmann sagt dazu „verdeckelt“) ist, hat die aktuelle Bienenkönigin 8 Tage Zeit den Stock mit einer ausgewählten Gruppe an Arbeiterinnen zu verlassen.

Um sich fit für den langen Flug und den Neuanfang zu machen, legt sich die Bienenkönigin durch Abnehmen eine sportliche Figur zu. Parallel dazu füllen die Arbeiterinnen, die mit auf die Reise gehen, ihre Honigblase. Diese Futterreserve muss die Energie liefern, nicht nur um den Flug zu überstehen, sondern auch in der neuen Behausung die ersten Waben zu bauen. Wenn jetzt noch das Wetter stimmt, geht es los. Denn geflogen wird nur bei trockenem Wetter und idealerweise Sonnenschein.

Neues Zuhause gefunden

Ist ein günstiger Platz gefunden, kann nur eine logistische Meisterleistung des Bienenvolkes das Überleben sichern.

Denn der Bienenschwarm fängt bei Null an. Er hat keine Nahrungsreserven, auf die er zurückgreifen kann. Gleichzeitig muss er für neue Bienen sorgen, um den Nachwuchs zu sichern.
Für Beides benötigt man fertige Waben. Darum wird sofort mit dem Bau neuer Waben begonnen. Sobald die ersten fertig sind, legt die Königin Eier hinein um die nächste Generation Bienen heranzuziehen. Da in den Sommermonaten die Arbeiterinnen eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur sechs Wochen haben, ist Eile geboten.
Aber es können nicht alle Wabenzellen nur für die „Neuproduktion“ der Arbeiterinnen genutzt werden. Ein Teil der neu geschaffenen Waben wird als Lagerplätze für Honig und Pollen benötigt.

Anforderungen an die neue Bienenbehausung
Als neue Wohnung wird ein Hohlraum mit einem Volumen von 35-40 Liter gesucht. Das entspricht z.B. einer Holzkiste mit den Maßen 30cm x 30cm x 40cm.

Beliebt scheint auch die Nähe zu anderen Beuten sein. Meine ersten beiden Schwärme habe ich in der Nähe meiner eigenen Beuten gefangen. Und konnte sicher sein, dass es nicht meine eigenen Bienen waren.

Einen weiterer Schwarm flog beim Hundespaziergang über unsere Köpfe hinweg und sammelte sich ein einem Baum in direkter Nähe zu den Beuten eines Imkers in der Nachbarschaft.

Schwarmtypen

Vorschwarm

Der erste Schwarm wird von der aktuellen Königin durchgeführt.

Folgeschwarm

8 Tage nach Abgang des ersten Schwarm können sich die frisch geschlüpften Königinnen auf den Weg machen. Da sie gerade erst die Weiselzelle verlassen haben, sind sie natürlich unbegattet. Das hat zur Folge, dass in der neuen Behausung angekommen, die Königin als erstes ihren Hochzeitsflug durchführen muss.  Erst, wenn sie sich mit Drohnen gepaart hat und wohlbehalten in das neue Zuhause zurückgekommen ist, kann sie eine neue Bienengeneration erschaffen.